Oliver Weigelt, Universität Rostock

Es gibt eine lange Tradition psychologischer Forschung, die sich mit der Frage beschäftigt hat, inwieweit das Wohlbefinden von Woche zu Woche einem zyklisch wiederkehrenden Muster folgt und damit maßgeblich vom Wochentag bestimmt ist. Laientheorien legen z.B. nahe, dass sich die Befindlichkeit am Montag auf dem Tiefpunkt befinden sollte. Folgt man hingegen neueren Ansätzen aus der Forschung zu Erholung von der Arbeit kommt man zu dem Schluss, dass das Wohlbefinden genau am Beginn der neuen Arbeitswoche auf dem Höhepunkt sein sollte, weil im Idealfall ein erholsames Wochenende hinter den Personen liegt und die Akkus wieder voll aufgeladen sind. Im Vortrag wird aufgezeigt, wie sich diese beiden sehr unterschiedlichen Perspektiven miteinander in Einklang bringen lassen. Um die Annahmen zu überprüfen wurde eine Tagebuchstudie zu Verläufen in Vitalität und Ermüdung durchgeführt und mittels diskontinuierlichen Wachstumskurvenmodellen ausgewertet. Dieser Ansatz wurde bisher selten für Tagebuchdaten genutzt, ermöglicht aber das Abbilden und Überprüfen von kurzfristigen Verschiebungen im Wohlbefinden an den Übergängen zwischen Wochenende und Arbeitswoche. Neben einer genauen Beschreibung des typischen Verlaufsmusters werden auch mögliche Ursachen für das wiederkehrende Auf-und-Ab im Wohlbefinden in die Analyse einbezogen. Die Diskussion der Ergebnisse liefert nicht nur eine umfassende Antwort auf die Frage, was ein erholsames Wochenende ausmacht, sondern auch wovon ein guter Start in die neue Woche abhängt.

Dr. Oliver Weigelt
Lehrstuhl für ABWL: Organisations- und Personalpsychologie
Universität Rostock

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
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