Herzlich willkommen am Lehrstuhl für ABWL: Unternehmensrechnung und Controlling

Gastvortrag: "Besonderheiten der Steuerbilanz" im Modul Bilanzierung und Jahresabschluss

Gastvortrag: "Besonderheiten der Steuerbilanz" im Modul Bilanzierung und Jahresabschluss

Dienstag, den 28. Juni 2022, von 15:15 – 16:45 Uhr

Im Sommersemester 2022 trägt WP StB Christian Wessel (Geschäftsführender Gesellschafter bei Alpers Wessel Dornbach, Hamburg) in der Vorlesung Bilanzierung und Jahresabschluss zu den Besonderheiten der Steuerbilanz vor. Wir freuen uns, ihn am Dienstag, den 28. Juni 2022, von 15:15 – 16:45 Uhr im Audimax begrüßen zu dürfen.

Interessierte sind zur Teilnahme herzlich eingeladen. Nähere Informationen finden Sie hier.

EmPaci-Projektergebnis veröffentlicht: Analyse von Participatory Budgeting IT Tools

EmPaci-Projektergebnis veröffentlicht: Analyse von Participatory Budgeting IT Tools

Bürgerhaushalte durch Informationstechnologie ermöglichen

Der Aufbau eines neuen Bürgerhaushaltsverfahrens (englisch Participatory Budgeting (PB)) ist eine Herausforderung - und viele Entscheidungen müssen getroffen werden. Kein Bürgerhaushalt ist wie der andere, und jeder Prozess ist stark an die lokalen Gesetze, politischen Ziele oder die Demografie der Bürger angepasst. Das heißt aber nicht, dass man nicht von anderen Initiativen lernen kann.

Fast alle heutigen Prozesse, sei es in der Wirtschaft oder im öffentlichen Sektor, sind bei ihrer Ausführung auf Informationstechnologie (IT) angewiesen. Bürgerhaushalte sind da keine Ausnahme. IT kann dabei helfen, ein partizipativeres und interaktiveres Erlebnis für die Bürger zu schaffen und ihr Engagement zu stärken. Das Projekt "Empowering PB in the Baltic Sea Region" (EmPaci), das von der Universität Rostock geleitet wird, hat IT-Lösungen untersucht, die sich am besten für die Unterstützung von Bürgerhaushalten eignen. Das PB-Feature-Matrix-Tool und die entsprechenden Dokumente wurden veröffentlicht und den PB-Stakeholdern auf der EmPaci-Projekt-Webseite vorgestellt.

Die Feature-Matrix ist ein Online-Tool, das 50 verschiedene Städte für insgesamt 47 Prozess- und Usability-Kriterien analysiert. Die Idee ist es, zu vergleichen und von anderen Bürgerhaushaltsinitiativen auf der ganzen Welt zu lernen. Es ist für Städte gedacht, die derzeit planen, Bürgerhaushalte einzuführen oder zu verbessern, um die folgenden Fragen beantworten zu können:

  • Welche Städte setzen ähnliche Merkmale um? Welche Städte implementieren zum Beispiel auch eine Upload-Funktion für Dateien?
  • Was können wir von jedem einzelnen Beispiel lernen?
  • Welche Funktionen werden von der Mehrheit der Initiativen implementiert und können als "Stand der Technik" betrachtet werden?
  • Wo können wir die Homepage dieser Städte und ihrer Bürgerhaushaltsinitiativen online finden?

Zur Beschreibung der zugrunde liegenden Daten wurden drei ergänzende Dokumente veröffentlicht.

Dokument 1 enthält ein Handbuch der Feature-Matrix und beschreibt die Filter- und Download-Möglichkeiten im Detail. Es hilft zu verstehen, wie man auf die Informationen zugreifen kann und wie sie strukturiert sind.

Dokument 2 präsentiert eine Usability-Analyse mit der Feature-Matrix als Datenbasis. Es leitet "State of the Art"-Usability-Merkmale von Bürgerhaushalts-Webseiten mit zusätzlichem Fokus auf E-Inclusion-Kriterien ab, um die Zugänglichkeit von Webseiten für seh- oder körperbehinderte Bürger zu beurteilen.

Dokument 3 bietet einen Merkmalskatalog von prozessbezogenen IT-Funktionen für Bürgerhaushaltsinitiativen. Dieser ermöglicht es Städten, die an Bürgerhaushalten interessiert sind, sich über die möglichen Elemente eines Bürgerhaushaltsprozesses und deren Bedeutung zu informieren und ermöglicht es ihnen, einen individuellen Prozess aufzubauen, der ihren Bedürfnissen entspricht.

EmPaci-Projektergebnis veröffentlicht: "Participatory Budgeting Type Groups"

EmPaci-Projektergebnis veröffentlicht: "Participatory Budgeting Type Groups"

Den Fokus schärfen: Prozessschritte des Bürgerhaushaltes identifizieren

Nach einer Status-Quo-Analyse der Bürgerhaushalte im Ostseeraum stellt das Projekt "Empowering Participatory Budgeting in the Baltic Sea Region" (EmPaci) sein zweites Projektergebnis vor, das sich an Verwaltungsmitarbeiter, Gemeinderäte und andere Entscheidungsträger in den Kommunalverwaltungen der Ostseeregion richtet. Das englischsprachige Dokument "PB Type Groups" zielt darauf ab, Einblicke in die Gestaltungsprinzipien des Bürgerhaushalts zu geben und Ideen zu reflektieren, wie der Bürgerhaushalt basierend auf den spezifischen Voraussetzungen der Kommune und ihrer Bürgerschaft umgesetzt werden kann.

Der Hintergrund für die Entwicklung des Bürgerhaushaltes ist folgender: Seit den 1980er Jahren ist die Zahl der Bürgerhaushaltsinitiativen gestiegen und derzeit werden weltweit Tausende von unterschiedlichen Verfahren umgesetzt. Keines davon ist wie das andere, die Unterschiede liegen im Detail. Daher ist eine Kategorisierung schwierig, aber notwendig, um sich nicht "in tausend und einem Beispiel zu verlieren".

Eine pauschale Kategorisierung ist unmöglich. Daher verfolgt dieses Dokument einen anderen Ansatz und stellt einen "Baukasten" auf, der detailliertere Informationen über Faktoren in Bezug auf die Bürger und die Kommune liefert, die die möglichen Phasen des Bürgerhaushalts-Prozesses beeinflussen.  Der Beitrag liegt in den kurzen Leitfaden-Tabellen und der daraus resultierenden "PB-Typengruppen-Baukasten"-Tabelle. Um die Anwendung zu zeigen, wird die Baukastentabelle mit dem Fall des erfolgreichen Bürgerhaushaltsprozess von Stuttgart gefüllt.

Die bereitgestellten Übersichten schärfen das Bewusstsein für komplexe Fragestellungen bei der Umsetzung von Bürgerhaushalten. Praktiker erhalten Hinweise zu vielen wichtigen Fragen, wie z.B.:

- Welche Phasen sind für einen Bürgerhaushaltsprozess möglich?

- In welchen Phasen beeinflussen rechtliche Restriktionen das Prozessdesign?

- Welche Maßnahmen sind trotz geringerer finanzieller Ressourcen kostengünstig durchführbar?

- Was sind die Themen für bestimmte Bürgergruppen?

- Wie sehen mögliche Antragsrestriktionen aus?

- Wie sollte ein Projektteam für Bürgerhaushalte aussehen? Können Bürger in das Projektteam einbezogen werden?

- Wird die Arbeitsbelastung für die Mitarbeiter der Verwaltung berücksichtigt?

- Warum ist eine Machbarkeitsprüfung wichtig?

- Wann sollte die Machbarkeitsprüfung der Vorschläge durchgeführt werden?

- Wie sieht der mögliche Zeitplan für die Prozessschritte aus?

- Welche Anreize sind möglich, um eine hohe Beteiligung zu erreichen?

- Wann ist eine Rückmeldung möglich?

- Ist nach allem die Transparenz des gesamten Bürgerhaushaltsprozesses gewährleistet?

Auch wenn es in einem bestimmten Bereich der Baukastentabelle (noch) keine Beratung gibt, ist sie ausbaufähig und wirft für jeden Anwender und Praktiker die Frage auf: "Sollte ich darüber nachdenken? Ist dieses Feld wirklich leer?"